Zeitschriften Abo

1.02.2012 - Zu jedem Thema gibt es eine Zeitschrift!

Schauen wir doch einmal auf unseren Couchtisch. Vielleicht liegt dort die aktuelle Fernsehzeitung, die wir schon seit Jahren kaufen und von der wir genau wissen, wo sie im Supermarkt zu finden ist. Oder wir haben uns auch mal den neuesten Klatsch und Tratsch in Form eines Boulevardmagazins gegönnt – möglicherweise war der Aufmacher so spannend. Oder aber es liegt noch ein Rätselheft mit dabei, für die nervigen Werbepausen, die unsere Lieblingsshow endlos in die Länge ziehen. Damit wären es drei mögliche Zeitschriften, die wir vor uns liegen haben. Denken wir aber zurück, und zwar an den Moment, an dem wir sie gekauft haben, so sehen wir aller Wahrscheinlichkeit nach vor unserem inneren Auge nicht nur ein Zeitungsregal mit drei, vier oder fünf verschiedenen Angeboten, sondern mehrere Ebenen mit unüberschaubar vielen Zeitschriften zu den unterschiedlichsten Themen. Gebiete wie Digitalfotografie, die neuesten Handytrends, Strickmuster oder die schönsten Brautkleider sind da nur eine kleine Auswahl. Mittlerweile gibt es für fast jedes Interessengebiet die passende Fachzeitschrift – und die nennen sich dann „Special-Interest-Zeitschriften“. Die Zahl der Angebote ist groß. Doch was macht eine sogenannte „Special-Interest-Zeitschrift“ so „special“?

Steht man vor dem Regal mit Zeitschriften in einem jener größeren Geschäfte, welche ihrer Größe entsprechend auch mit enorm viel Auswahl aufwarten, so wird schnell deutlich, dass sich sehr viele Zeitschriften auf ein besonderes Gebiet spezialisiert haben. Neben den Nachrichtenmagazinen und den eher allgemein gehaltenen Zeitschriften, die mehrere Bereiche umfassen, findet man hier beispielsweise informative Ausgaben zum Thema Video- und Computerspiele. Fast alle Herausgeber dieser Sparte bieten dem Kunden zusätzlich zur gedruckten Version auch einen digitalen Datenträger als Beilage an, auf dem sich weitere Rezensionen u.a. in Form von Videos oder Bildergalerien befinden. Zudem gibt es für den Leser fast immer die Möglichkeit, die angepriesenen Spiele selbst zu testen, indem die angebotenen Demoversionen auf den CDs oder DVDs ausprobiert werden.Weiterhin bieten die meisten Zeitschriften aus der Computerecke auch Vollversionen an; dabei handelt es sich oft um mehrere ältere Spiele, oder Games, die nicht so erfolgreich waren, wie der Hersteller es erwartet hatte. So ist es dem Leser möglich, je nach Angebot, ein wirkliches Schnäppchen zu machen. Denn nicht nur Zeitschriften, die sich auf Spiele spezialisiert haben, setzen auf dieses Lockmittel, um ihre Auflagen zu verbessern.

Mittlerweile haben fast alle Sparten das Medium der CD oder DVD entdeckt, um für Kunden attraktiv zu bleiben. Je nach Fachgebiet wird der Datenträger genutzt, um Zusatzmaterial anzubieten, welches nicht in die gedruckte Form gebracht werden kann. So offerieren Musikmagazine die besten Newcomerbands oder Songs verschiedener Best-of-Listen; Zeitschriften für bestimmte Instrumente bieten Workshops an; Kochmagazine haben ganze Rezeptsammlungen parat; und Filmzeitschriften schenken dem Leser einen oder auch gleich zwei komplette Filme für die private DVD-Kollektion. Auf diese Weise versuchen sich Herausgeber gegenseitig zu übertrumpfen und in dem Rennen nach den meisten Auflagen auszustechen. Hier gilt: Wer hat die beste Software, die besten Filme, die meisten Spiele für den geringsten Preis. Denn viele Kunden kaufen mittlerweile die Magazine mit den besten und attraktivsten Beilagen. Da geht es nicht mehr um den Inhalt der Printartikel, sondern um die Beilagen, die vom Verlag als Köder eingesetzt werden.

Doch jene Art Köder ist unvermeidlich, möchte die Zeitschrift im Wettbewerb nicht unterliegen. Gelesen wird zunehmend elektronisch. Informationen werden im Internet geholt, egal worum es sich dabei handelt. Für den Leser hat dies natürlich einen ganz klaren Preisvorteil. Es ist kostengünstiger. Also warum sollte sich ein Gamer im Kiosk nebenan für ein paar Euro eine Sammlung gedruckter Spielerezensionen kaufen, wenn er sich doch solche Artikel ebenso zu Hause anschauen kann, und das auch noch für lau. Dass sich damit also kein Geld mehr verdienen lässt, ist wohl offensichtlich. So bedarf es einer Zugabe, die den Erwerb der Printausgabe wieder lohnenswert macht. Und da ist eben jener Zusatzdatenträger optimal. Für beide Seiten.

Und doch gibt es immer noch Magazine, die ohne jegliches Extra auskommen. Das sind jene Magazine, deren Preis die meisten Leute schon von vornherein abschreckt. Sie verlassen sich auf eine bestimmte Klientel – und zwar auf Menschen, die sich einem Interessengebiet verschrieben haben und auch bereit sind, dafür etwas mehr auszugeben. Meist sind diese Bereiche sehr speziell und die Leserschaft doch stark eingegrenzt, aber dennoch, oder gerade vielleicht deswegen, haben auch diese Zeitschriften ihre (Stamm-)Abnehmer. Solche Magazine finden sich beispielsweise im Bereich bestimmter historischer Schwerpunkte, oder im Gebiet der Esoterik.

Manch einer wird beim Anblick solcher Lektüre sicher den Kopf schütteln und sich wundern, was so alles publiziert wird, und warum. Aber gerade da liegt eben auch die Antwort. Ganz gleich welchem Interessenfeld man zugeneigt ist, egal für was man sich begeistert – eine Zeitschrift, die dieses spezielle Interesse abdeckt, ist mit Sicherheit zu finden. Eine Grenze an Vielfalt gibt es da nicht. Und das ist auch gut so.


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